Nachdem ich ja vor kurzem berichtete, wie Herne versucht, mich davon abzuhalten meine Nahrung mit Peperonis etwas feuriger zu gestalten, werde ich jetzt darüber schreiben, wie diese Stadt versucht, mich am Versenden von Paketen zu hindern.
Es begab sich also zu einer Zeit… Firlefanz. Am letzten Mittwoch war’s. Da wollte ich ein Päckchen zur Post bringen. Und weil ich ja ein militanter Umweltschützer bin mein Auto noch immer defekt und abgemeldet ist, mache ich mich also per pedes auf zur Post. Die 25 Minuten laufen sind ja kein Problem. Und das sperrige Päckchen unter meinem Arm trägt sich fast wie von selbst.
An der Hauptpost angekommen betrete ich den Vorraum und bleibe gleich darauf mit einem leicht verdutzten Gesichtsausdruck stehen. »Wo ist die Schalterhalle hin?«, frage ich mich, denn da wo letztens noch ein Durchgang zur Schalterhalle war, hindern mich jetzt Glastüren am Weiterkommen. Durchfallfarbene Vorhänge hinter den Glastüren verhindern neugierige Blicke der verwirrt herumstehenden Personen. »Ist hier Mittagspause? Gibt’s hier irgendwo eine Information zur Glastürenproblematik?«, scheinen die Gedanken der Ahnungslosen zu sein - meine Gedanken sind’s auf jeden Fall gewesen.
Ich verlasse die Post also zunächst wieder. »Bestimmt hängen da an der Eingangstür die Öffnungszeiten aus.«, mutmaße ich und starre auf die Schiebetür. Als diese Türe sich schliesst, entdecke ich einen Aushang, welcher sich hinter einem weiteren Aushang hervorschiebt. »Heute wegen Betriebsversammlung geschlossen! Weitere Filialen finden sie…«, lese ich und meine Halsschlagadern schwellen an. Die anderen Filialen liegen in ganz anderen Stadtteilen. Bis dahin werde ich definitiv nicht laufen. Wer weiss denn auch, ob die tatsächlich geöffnet haben? Das Risiko ist mir zu groß. Ich bin einfach nicht der Typ für einen Marathon…
Ich klemme mir also das Päckchen (welches ich zuvor etwas unsacht zu Boden geworfen hatte) unter den Arm und mache mich auf den Heimweg. Die 25 Minuten Fußweg ziehen sich wie Kaugummi. Und das sperrige Päckchen unter meinem Arm wird immer schwerer und scheint auch zu wachsen und unhandlicher zu werden.
Das war also die Päckchengeschichte aus meiner Chronik »Herne gegen Onkel Loco«. Heute wird die Chronik wieder ein wenig anwachsen - ich werde nämlich versuchen, frischen Koriander zu bekommen…





Kommentar von StoiBär
5 19. März 2007, 13:31 Uhr |
Ich frag mich sowieso immer, was die noch groß Personalversammlungen abhalten müssen, wo sie doch sowieso nur noch private Filialen in den Lotto-Annahmestellen haben.
Kommentar von Man in Metropolis
4 19. März 2007, 08:21 Uhr |
Ich finde das sind immer solche Situationen wo sich die Deutsche Post bzw. DHL sich immer selber ins Knie schiesst.
Früher oder später landet man dann doch mal bei den anderen Anbietern wie UPS oder dergleichen.
Kommentar von Ben
3 19. März 2007, 01:40 Uhr |
Verachte die Stadt einfach für ihre Missetaten :).
Kommentar von GrandMaster-D
2 18. März 2007, 23:30 Uhr |
Das Leben ist hart. Es sei denn, man selbst ist der Postmann oder der Gemüsefachverkäufer.
Pingback von Superfluence - The Admin Files » Blog Archiv » Was kostet eine Packung Zigaretten in Europa?
# 19. März 2007, 08:24 Uhr |
[…] Was macht diese Stadt mit mir? […]