Von Onkel Loco, 22. Januar 2007, 08:16 Uhr

Ich bin beworfen worden. Mit einem Improvisationsstöckchen. Geworfen hat der Ben, die alte Wasserrutsche. Das Thema soll »Baum« sein. Na Danke! Hättest es nicht besser treffen können. Hier also die Story:

Seit kurzem hat unser Garten einen neuen Bewohner. Es ist ein Baum. Dieser Baum wird von zwei weiteren Bäumen auf den Ästen getragen und wächst nicht, wie es für Bäume sonst üblich ist in der Vertikalen - nein, Baum scheint aus dem horizontalen Gewerbe zu kommen.
Baum ist auf der Flucht. Auf der Flucht vor seinem Zuhälter. Der ist ein übler Kerl und gehört wahrscheinlich zu irgendeiner fiesen Baumschlepper-Mafia aus dem Nordwesten.
Kyrill soll sein Name sein. Er war es, der Baum vor wenigen Tagen bis in unseren Garten jagte, wo Baum sich bis heute versteckt hält. Kyrill hingegen scheint seine Spur verloren zu haben, denn er verzog sich nach nur sehr kurzem Aufenthalt gen Südosten, wo er Berichten zufolge seine ganze Wut über den Verlust Baum’s austobte. So soll er beispielsweise auch in Berlin gesehen worden so, wo er am neuen Hauptbahnhof randalierte. Doch schon kurze Zeit später verlor sich seine Spur.
Baum allerdings ist noch hier. Wie er mir sagte, traut er sich - nach all seinen schrecklichen Erlebnissen durchaus verständlich - nicht mehr, nach Hause zu gehen. Also bleibt Baum entwurzelt und fern der Heimat in unserem Garten zurück. So kann’s gehen.

Bleibt mir nun nur noch, das Stöcksken weiterzuschingeln (das ist westfälisch für »hinüberzuwerfen«). Fangen sollen es die Freundin der Sanduhr (Thema: »Gasometer«) und Silly und Kai aus Blogmund (Thema: »Dortmunder Union«). Have phun ;-)

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Bisher 6 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von Freundin der Sanduhr

    Na Gratualation!… zum PR 4.
    (bin auch schon bei 3 :-)

    Und außerdem bin ich gespannt darauf, was Myleen von den Chaostanten mit den Grießklöschen von Kalaudia macht. (…)

  2. Kommentar von Ben

    Dann war das mit dem Baum ja mal ganz passend :).

  3. Kommentar von silly

    na herzlichen dank! da werden wir wohl kreativ sein müssen
    wir arbeiten dran :-)

  4. Pingback von Blogmund.de » Der Onkel will doch nur spielen

    […] Na herzlichen Dank Onkel Loco! Eiskalt hat uns sein Improvisationsstöckchen erwischt. […]

  5. Pingback von Chaostante » Der blaue Dunst

    […] Manchmal geht es mir wahrscheinlich wie dem blauen Engel. Insbesondere dann, wenn ich ein Improvistationsstöckchen von kadry erhalte Und wie ich sehe, haben dieses Stöckchen auch schon Ben, Hendrik und die Freundin der Sanduhr herumgereicht. Nee. Im Ernst: […]

  6. Pingback von Freundin der Sanduhr » Blog Archive » Eine Tonne Schrott für viel Licht

    […] Das war ja nicht nur ein Improvisationsstöckchen, sondern mindestens ein guter alter GHH-Stahlklotz, den mir Hendrik mit Gasometer zugeworfen hat Da fahre ich also letztens in Drüberwohnen am Gasometer vorbrei und lese “Leichter Himmel”. - Naja: “Light Sky” stand auf dem Plakat. Ich schaue also hoch, verurache fast einen Auffahrunfall und stelle fest: der Himmel sieht über dieser Stadt nicht lighter aus als an anderen Orten. Also setze ich spontan den Blinker, rausche über sechs Fahrspuren in die Gegenrichtung, um der Sache auf den Grund zu gehen. Am Objekt der Begierde angekommen finde ich es arg windig. Aber halt, das hört sich fast wie ein Stöhnen an. Ich latsche also die knapp 425 Meter Außenwand ab, und vernehme langsam verständliche Laute. Es ist nicht der Wind, der spricht. Hey Gasometer, warum stöhnst Du so? frage ich - “Ach, früher musste ich nur Gas in meinen Bauch drücken … mittlerweile ist es aber Kunst” entlocke ich dem Wind. “Aber hey, das ist doch eine steile Karriere: Vom Abfallgasbehälter zum Kulturobjekt, mein lieber Gasometer”. Plötzlich ist es windstill und ich frage mich, ob ich den Gasometer verschreckt habe. Dann kommte eine Böe, die mir meine Mütze vom Kopf reißt und ich vernehme “Ja aber die Kunst verteilt sich nicht so leicht. Sie ist schwerverdaulich. Und nachts läßt man mich nicht schlafen, sondern macht mich immer blau.” - Ja, so kann es gehen mit der Industriekultur, denke ich mir. Vom Last- zum Lustobjekt. Wenn die Route Industriekultur sprechen könnte … […]

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