Von Onkel Loco, 30. September 2006, 11:02 Uhr

Gestern abend. Lange gearbeitet. Keine Lust selbst zu kochen. Okay. Es scheint Zeit für zu sein. Also auf dem Heimweg schnell bei McDönälds vorbei. Nen BürgerKing gibt’s ja auf dem Weg nicht…
Ich betrete den Laden - und stehe quasi schon in der . »Das kann ja heiter werden…«. hab ich mir gedacht. Aber ist wohl besser als nix zu essen. Nach zwanzig Minuten bin ich in der Mitte des Bratling-Tempels angekommen. Da merke ich, wie die Perle, die hinter mir in der Schlange steht langsam nach rechts ausschert und für jeden Schritt, den ich mach, so eineinhalb Schritte macht. »Okay«, denke ich mir, »der Plan scheint eindeutig.«. Ich lächle sie wissend an. Sie schaut weg, lässt sich nicht beirren. Dieses Spiel spielen wir fünf Minuten weiter. Als ich gerade ansetze, ihr ihre aufzuzeigen und sie verbal ans Ende der Schlange zu katapultieren, dreht sie sich auf dem Absatz um und verschwindet. Zehn Minuten für garnix wär mir ja auch zu doof. Vor allem, da man mittlerweile schon die sehen kann. Und da erkenne ich auch das Problem: Vier vorhanden, zwei geöffnet. Und es bedienen der Prinz und die Prinzessin Valium. Denen kann man beim Tippen die Fingernägel schneiden und wenn denen schwarz vor Augen wird, dann weil sie eingeschlafen sind.
»Sei tapfer!«, denke ich und sehe, wie die gestressten en auf dem Fußboden verteilen. Mir drängt sich die Frage auf, warum wohl der Bratmaxe in der Küche immernoch in die Durchreiche stopft, wo da schon mindestens 100 Stück lagern. Sieht der nicht, daß sich die anderen Fächer bedrohlich leeren? Werde ich gleich nur noch direkt mitnehmen können und auf alle anderen Bulettenbrötchen warten müssen? macht sich breit.
Ich warte mittlerweile 35 Minuten, da scheint vorne etwas zu passieren. Olé, Olé! Die wechseln den schnarchenden aus! Doch die Freude währt nur kurz. Genauergesagt bis zum nächsten . Der Neue ist nämlich noch langsamer als der Ausgewechselte, spricht aber dafür ein besseres Türkisch. Ich verfluche mich dafür, nicht endlich mal mit dem Lernen dieser schönen Sprache angefangen zu haben. Es gibt einfach Momente in denen man in meinem geliebten mit türkisch schneller ans Ziel kommt als mit deutsch…
»Lenk dich ab. Es sind nur noch ein paar Meter…«, denke ich und drehe mich einfach mal nach hinten um. Die endet immernoch kurz hinter der Eingangstür, dafür haben es emsige Mitarbeiter der Burgerbraterei aber mittlerweile geschafft vor dem Laden die Stühle und Tische wegzuräumen und die Straße zu fegen. Ist ja auch wichtig. Man muß halt setzen. Wenn die Stühle draußen noch stehen, ist an den eigenen nicht zu denken… Sollen sich die Anderen doch um das wartende Pack kümmern…
Ich wende den Blick wieder nach vorn. Vierzig Minuten sind schon vorbei, aber ich bin endlich an der Reihe. Ich gebe meine Bestellung auf, werde gefragt ob ich für den Einen oder Anderen nicht was Anderes wolle, oder eventuell auf den bestellten Burger warten möchte. »Scheißegal!«, denke ich mir und stimme allen angebotenen Alternativburgern zu. Der arme Kerl hinter der Theke ist total durch den Wind. Scheint sein erster Tag zu sein. Feuerprobe. Meine Vorraussage: er wird nicht lange bleiben. Wie sich später herausstellt habe ich nämlich zum Einen zuviele und zum Anderen gut 30 Prozent Chicken-Nuggets zu viel in der Tüte.
Irgendwie tut er mir Leid. Und weil dem so ist (und weil mein türkisch viel zu schlecht ist…) verzichte ich darauf ihn zu Fragen, ob ich bei einer Außer-Haus-Bestellung nicht noch 9% überschüssig bezahlte Märchensteuer wiederbekommen sollte… (siehe hier.
Ich raffe also meine Nahrung zusammen und verlasse nach rund 50 Minuten den Laden. Mein restlicher Heimweg verläuft ebenso ohne Komplikationen, wie die anschließende Nahrungsaufnahme und beides zusammen dauert ungefähr halb so lange wie die Beschaffung des Fastfoods.
Ich lerne also: Das »fast« in bezieht sich Eindeutig auf den Vorgang des s und keinesfalls auf ein schnelles Bedientwerden im Bratlingtempel.

P.S.: Ich habe keinen einzigen gekauft.

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Es gibt Beiträge, die sind diesem hier irgendwie ähnlich. Nämlich diese:

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Bisher 1 Kommentar zum Artikel

  1. Pingback von Feierabend? - Ohne mich… | Selbstversuch: Wahnsinn

    […] Habe gerade bei Carsten Albrecht seinen Artikel zum Thema Ich hab gleich Feierabend gelesen. Und bei seiner Beschreibung der Situation in der Warteschlange fühlte ich mich irgendwie an meinen Artikel Wie lange darf Fastfood dauern? erinnert: Schlange ewig lang, die Hälfte der verfügbaren Kassen geschlossen, die Mitarbeiter haben gefährliche Verletzungen im Gesicht, weil sie dummerweise mit dem Kopf auf eine harte Oberfläche geprallt sind, nachdem sie im Laufen eingepennt sind. Und gerade in dieser Situation stoße ich auf eine Meldung im SpOn: Eine japanische Firma hat einen neuen Roboter entwickelt, genauer gesagt eine Roboterfrau. Der Hersteller behauptet, das Mienenspiel dieser Version 2 ihres Roboters wäre so täuschend echt, daß man die Robotine mit einer echten Frau verwechseln könnte. Das haben die Japaner aber auch schonmal von Godzilla behauptet… Andererseits ist vielleicht gerade die eingeschränkte Mimik ein Pluspunkt bei der Durchführung der Idee, die mir beim Lesen in den Sinn kam. Diese Idee ist nämlich die folgende: Man substituiere langsames, übellauniges Personal einfach durch diese Roboter. Die Mimik bleibt dieselbe, allerdings wird sich vermutlich das Arbeitstempo nicht weiter (oder es erhöht sich sogar) und die Leute die keinen Bock haben, können direkt Feierabend machen und anschließend grundsätzlich mit dem Arsch zuhause bleiben. Falls es dem Publikum in den Filialen der betroffenen Unternehmen dann doch irgendwie unheimlich werden sollte, weil die Mitarbeiter plötzlich so freundlich sind, dann kann man es ja immernoch mit den Robosauriern desselben Herstellers versuchen. Ich für meinen Teil arbeite jetzt mal weiter. Dann kriege ich meine 18 Stunden tägliche Arbeit wenigstens noch voll… Social Bookmarking:Diese Icons linken zu Social Bookmarking Diensten. Dort koennt Ihr Eure Bookmarks online Verwalten und mit den anderen Nutzern teilen! […]

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