Spam ist ärgerlich. Und zwar für jeden, mit Ausnahme der Spammer. Das haben sich die Jungs und Mädels bei Google, MSN, Yahoo und Six Apart wohl auch gedacht (das behaupten die zumindest) und haben ein ganz besonderes Schmankerl ersonnen: Das Linkkondom. Die Idee: Spammer nutzen u.a. die Kommentar-Funktion von Blogs um sich kostenlos Backlinks für Ihre Machwerke zu verschaffen. Also muß ein Weg gefunden werden, um diese ausgehenden Links für die Spider der Suchmaschinen zu entwerten und das sollte rel=”nofollow” sein. Quasi ein Überzieher für Links. Sehr gute Zusammenfassungen zu der ganzen Thematik finden sich bei einfach-persönlich und bei no-nofollow.net.
So sieht’s aus. Momentan fühlt sich das für mich so an, als hätte man mir das Linkkondom über Mund und Nase gezogen. Ich finde das irgendwie mal wieder sehr seltsam. Ist denn Entmündigung wirklich das beste Mittel um Spam zu bekämpfen? Schießt das Ganze da nicht übers Ziel hinaus? Oder sollte das erklärte Ziel garnicht das tatsächliche Ziel sein? Und wenn die Bekämpfung von Spam nicht das Ziel ist, was ist denn dann der Plan? Was sollten die Suchmaschinenbetreiber denn davon haben, daß Ihre Bots Links ignorieren?
Ganz ehrlich: Das ist mir sch***egal. Ich kann’s einfach nicht ausstehen mich entmündigen zu lassen. Ich will selber entscheiden wer einen Link von mir bekommt und wer nicht. Wenn einer meine Kommentare vollspammt, dann wird das Ganze von meinen Anti-Spam-Plugins vorgefiltert und anschließend mach ich den Rest manuell. Und ich will einfach nicht glauben, daß man ein nofollow erfinden muss, um den Dummerchen da draußen vor den bösen Spammern zu beschützen. Wer ein Blog betreiben will, der soll sich gefälligst auch Gedanken darum machen. Das ist ja, als wenn die Regierung eine Rechtschreibreform umsetzen würde, weil plötzlich keiner mehr willens und in der Lage ist, die traditionelle Rechtschreibung zu lernen… Da könnte man doch gleich in der Formel 1 die Regeln ändern, weil der Schumi zu häufig gewinnt. Bei genauerer Betrachtung stellt sich das Thema also als ein gesellschaftliches Problem dar. Und so führt uns (mich) nofollow zu tiefsitzenden gesellschaftlichen Problemen: Denken ist weder im Trend, noch ist Denken erwünscht.
Da kann mein Fazit also nur lauten: nofollow, wenn das selber Denken schmerzt.
- Virenschleuder als Virenscanner
- Manchmal kommen sie wieder. Heute: autsch.de
- Spikethevote kurz vor dem Start
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Kommentar von Gordo
6 2. Dezember 2007, 16:52 Uhr |
Man sollte mit den Konsequenzen zu leben wissen - der Vergleich mit der Rechtschreibereform ist ziemlich abstrakt, aber gelungen.
Ich finde es unter aller Sau jetzt, nur weil viele nichtmehr richtig Deutsch reden, Ausdrücke wie “Kaktusse” zu erlauben - wofür gibt es sie dann?
Zu viel Liberalisierung ist auch nicht schön, das nofollow ist sicherlich auch einfach angeführt worden, wie man auch nachlesen kann, um das “Problem: Blog” aus der Welt zu nehmen, weil sonst Seiten durch Blogs “zu viele Backlinks” bekommen…
Hatte meins in den ersten Tagen entfernt, Spam wird gelöscht, Beleidigungen auch, aber anständige Kommentare werden ohne nofollow veröffentlicht!
Kommentar von Gerd-E.
5 29. Juni 2007, 01:22 Uhr |
Spam ist wohl eine Plage, ich erkenne ihn durch Lesen. Nofollow-Links sind nicht offen sichtlich. Nur mit speziellen Plugins kann ich sie erkennen. Eine Steigerung ist die nachträgliche Anbringung des Nofollow-Attributes. Ich bekomme bei nofollow immer ein komisches Gefühl im Bauch, manchmal fühlt es sich an wie Wut, manchmal ist es traurig und manchmal sagt mein Bauch - verscheissert.
Kommentar von Flyer Design gestalten
4 30. Mai 2007, 10:59 Uhr |
Schöner Artikel! nofollow ist doch echt mist.
Kommentar von w4yne
3 11. November 2006, 09:38 Uhr |
Finde nofollow auch mist, übrigens Lob für die Entfernung des Tags …., man sollte mal irgendwann eine Suchwelle nach Nofollow Blogs starten, sie über ihr Übel aufklären und entsprechende Plugins empfehlen … *gf
Kommentar von Lumi
2 10. November 2006, 04:45 Uhr |
Die Nofollow Tags sind schon manchmal eine Plage. Vor allem, wenn man auf Seiten trifft, die als Linktausch gedacht sind und man dann im Quelltext diesen “Überzieher” findet. Ich finde, man sollte den benutzern von Blogs die Möglichkeit geben, diese Funktion entweder ein- oder auszuschalten und nicht prinzipiell die Links vom Spidern ausschließen. Sinn macht diese Funktion allerdings, wenn man selbst eine Seite betreibt und nicht alle Links spidern lassen möchte, wie z.B. Links zu Seiten des eigenen Projektes, die nicht in den Suchmaschinen auftauchen sollen. Wie bei allen Sachen gibt es auch hier 2 Seiten, die zu Wählen aber dem benutzer zu überlassen sind und nicht aufgezwungen werden sollten.
Gruß, Lumi
Kommentar von Freundin der Sanduhr
1 28. September 2006, 00:56 Uhr |
Was ist denn dann der Sinn des Internet, wenn wir die Vernetzung wieder aussperren? NoNofollow!
Das Spam-Problem ist ein lästigstes Anhängsel. Und die gibt es überall, wo irgendwelche Leute die Chance auf’s große Geld vermuten. Wer sich wegen Spam einen Maulkorb auferlegt kann sich gleich abkoppeln. Das ‘macht’ nicht nur keinen Sinn (wie Bildung bekanntlich “Ah” macht), sondern es hat auch keinen. Schlimmer: Das wäre die Diktatur der Spamer und dagegen lohnt es sich anzukämpfen