Reisen und Lesen. Das ist für mich mittlerweile untrennbar miteinander verbunden. Und warum? Ganz einfach: weil mein Auto kaputt ist. Und weil’s kaputt ist, muß ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Das ist zumeist sehr langweilig und dauert auch noch lange. Also nimmt man was zum lesen mit. Ein Buch zum Beispiel. So kann man mit der Zeit noch was anfangen und kommt dazu, den über die Jahre angesammelten Bücherstapel abzuarbeiten.
Das Lesen in öffentlichen Verkehrsmitteln bietet aber durchaus noch einiges mehr. Es ist zum Beispiel ein hervorragendes Konzentrationstraining und schult das »selektive Gehör«. Selektives Gehör? Was soll das denn sein und wofür ist das gut? Na logisch… Das selektive Gehör ist, wenn man es in der Bahn schafft Geräusche wie die arabisch anmutende Musik aus dem ?Lautsprecher? des Mobiltelefons eines (oder besonders hart: mehrerer) pubertierender Knaben (die in diesem Moment offensichtlich keine Chance gegen ihre Profilneurose haben) vollkommen auszublenden, die sehr leise aber dennoch verknackste und nuschelnd vorgetragene Durchsage der nächsten Haltestelle aber dennoch mitzubekommen. Wenn man bei dem Training auch noch liest wird das Ganze noch ne Spur herausfordernder. Außerdem widersteht man dem Drang besser, den Typen mit dem Handy feindselig anzustarren…





Pingback von Totenkopfaufkleber auf dem Handy | Selbstversuch: Wahnsinn
# 6. Oktober 2006, 09:28 Uhr |
[…] Habe gerade bei Marcel Bernet über seine zwei Tage Handyabstinenz und die damit verbundenen Entzugserscheinungen gelesen. Außerdem hat man in den letzten Tagen ja auch viel von dem schreienden Insel-Handy gehört, wobei ich mal anmerken will, daß ich der Meinung bin, daß ein bekannter Anbieter von akustischen Nervensägen für Mobiltelefone (ja sicher: Klingeltöne) diese Funktion schon seit Jahren schleichend in die Handies von Jugendlichen implementiert, wobei sich das Problem ergibt, daß diese Jugendlichen sich scheinbar alle gegenseitig das Handy geklaut haben und die Dinger jetzt Tag und Nacht schreien… (siehe auch: Reisen und Lesen) Wenn ich jetzt aber mal über die Beziehung zu meinem Mobiltelefon nachdenke, dann wird’s mir ganz anders. Mir geht’s nämlich ganz ähnlich, wie dem anfangs erwähnten, symphatischen Blogger Marcel Bernet: Ich bin offenbar süchtig. Süchtig nach einem Klumpen Plastik mit elektronischen Innereien. Ich weiß garnicht, wie ich ohne auskommen soll. Ich kann mir schlecht Daten merken - also ab ins Handy damit. Mit Telefonnummern sieht’s fast noch schlechter aus - Egal, hab ja mein Plastikgedächtnis in der Tasche. Ich muß Daten von einem Büro ins Andere mitnehmen? Die CD-Rohlinge sind mal wieder aufgebraucht? Auch kein Thema. Wofür hab ich über nen Gigabyte Speicher in meinem Telefon? Es ist noch Zeit zwischen zwei Terminen? Prima. Da kann ich ja schnell noch ein wenig Flogging Molly hören. Wozu ist denn da ein MP3 Player drin? Tja. So sieht’s wohl aus. Ich mag mir garnicht ausmalen, was passiert, wenn ich das Teil mal vergesse (was mir eigentlich nie passiert - wer geht schon nackt aus dem Haus?!?) oder -noch schlimmer- es verliere? Vermutlich wird sich das in körperlichem Entzug äußern. Unkontrollierte Zuckungen der Arme, die wie ferngesteuert alle Taschen absuchen. Immer und immer wieder. Schweißausbrüche. Magenkrämpfe. Was wenn jemand versucht mich zu erreichen? Vielleicht sogar ein Kunde? Ihr seht schon - so langsam nähern wir uns dem Titel dieses Beitrags. »Totenkopfaufkleber auf dem Handy«. Bald wird’s Zeit dafür. Wenn man bedenkt, daß auf jeder Zigarettenschachtel großflächig Warnhinweise angebracht sind… Dabei gibt’s doch mehr Handy-Nutzer als Raucher in Deutschland (vermute ich jetzt einfach mal). Und die Handy Sucht ist ja quasi nur der Einstieg in weitere Abhängigkeiten. Diese verdammten Dinger bieten einfach zu viel Platz für Erweiterungen. Handy-Cover, Themes, Klingeltöne auf der einen Seite, technische Spielereien wie Speichererweiterungen, Bluetooth-Headsets und Megapixel-Kameras auf der Anderen. Das geht ja schon in Richtung allumfassender Sucht. Und die Industrie baut das ja auch immernoch weiter aus. Das muss unterbunden werden. Zum Beispiel mit dem Totenkopfaufkleber. Denkt mal drüber nach… Wie lautet denn aber jetzt mein Fazit aus der Grübelei? Nun… Ähm… Also gut… Vernünftigerweise sollte ich jetzt wirklich… Was soll’s? Ich telefonier’ weiter mobil. Verlasse mich einfach weiter auf Maschinen und Elektrogeräte und hoffe das Beste. Denn es gibt Hoffnung. Guckt doch mal hier. Social Bookmarking:Diese Icons linken zu Social Bookmarking Diensten. Dort koennt Ihr Eure Bookmarks online Verwalten und mit den anderen Nutzern teilen! […]